/ Impfservice 9 Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV)

Was ist RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus)?

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein umhülltes RNA-Virus (Ribonukleinsäure-Virus), das die Schleimhäute des Respirationstrakts (insbesondere obere Atemwege und Flimmerepithel von Luftröhre, Bronchien und Bronchiolen) befällt und eine Zellverschmelzung (namensgebende Synzytien) verursacht. Das RS-Virus ist ein häufiger Erreger von Atemwegsinfektionen (bspw. Bronchitis, Lungenentzündung) besonders bei Säuglingen und Kleinkindern. Die Symptome ähneln häufig einer Erkältung, können aber zu schwerwiegenden, sogar tödlichen Verläufen führen.

 

Übertragung des RS-Virus

Die Ansteckung mit dem hochinfektiösen RS-Virus erfolgt vorwiegend über eine Tröpfchen- (Mund und Nasensekret) oder Schmierinfektion (Objekte und Oberflächen). Die Erstinfektion findet meist in den ersten zwei Lebensjahren statt.
Gegenwärtig gibt es keine gezielte Therapie bei einer Infektion mit dem RS-Virus.

 

Impf-Empfehlung

Das RS-Virus ist ein weit verbreitetes saisonales Virus mit Hauptaktivität von September bis März. Bei Säuglingen, Personen mit Vorerkrankungen sowie Personen im fortgeschrittenen Alter (>60) kann der Virus zu schwerwiegenden Symptomen führen.

Zur Vorbeugung insbesondere schwerer Erkrankungen (als aktiver Schutz) wird die Impfung Personen ab dem 60. Geburtstag empfohlen, sowie Personen ab dem 18. Geburtstag, die aufgrund von Vorerkrankungen oder anderen Umständen ein Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

  • Dazu zählen:Personen mit schweren dekompensierten Organerkrankungen (Organversagen)
  • onkologische Patienten*innen
  • Personen mit Immundefekten, schweren respiratorischen, kardialen, renalen oder endokrinen, metabolische, neurologischen Grunderkrankungen
  • Stark übergewichtige Personen (BMI ≥ 30)
  • Bei HIV-Infektion oder anderen immunsuppressiven Erkrankungen
  • Bewohner*innen von Alten- und Pflegeheimen

Für eine RSV-Impfung von (Klein-)Kindern, wenden Sie sich bitte an Ihre* Kinderärzt*in. Es gibt derzeit keinen zugelassenen RSV-Impfstoff im Sinne einer aktiven Immunisierung für Kinder. Es gibt jedoch monoklonale Antikörper zur passiven Immunisierung (nicht kostenfrei verfügbar).

Als sogenannter „Nestschutz“ (passiver Schutz) für Säuglinge ist die Impfung schwangerer Frauen mit dem dafür zugelassenen Impfstoff Abrysvo® möglich.
Schwangere werden entsprechend der Zulassung einmalig zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche geimpft, vorzugsweise bei einem Geburtstermin in der RSV-Hauptsaison von September bis März.

 

Impfstoff

In Österreich stehen 2 RSV-Impfstoffe zur Verfügung:

  • Arexvy®: adjuvantierter Subunit-Impfstoff.
  • Abrysvo®: bivalenter (A/B) Subunit-Impfstoff nicht adjuvantiert. Dieser Impfstoff ist zusätzlich auch zugelassen zur Impfung von Schwangeren in der 24. bis 36. Schwangerschaftswoche.

In der MA15-Impfstelle Town Town ist der Impfstoff Abrysvo® und Arexvy® verfügbar.

 

Impf-Schema

Die Immunisierung bzw. die vollständige Wirkung wird mit einer einmaligen Impfung durchgeführt. Nach dem gegenwärtigen Wissensstand benötigt es keine Folge- oder Auffrischungsimpfungen.

 

Nebenwirkungen der Impfung

Personen ab dem 60. Geburtstag
Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen bei Personen ab 60 Jahren waren Schmerzen an der Injektionsstelle. Die Reaktionen wurden meist als leicht bis mittelschwer bewertet und klangen vorwiegend innerhalb von 1 bis 2 Tagen wieder ab.

Schwangere Personen
Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen bei schwangeren Frauen zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche waren Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen. Die Reaktionen wurden meist als leicht bis mittelschwer bewertet und klangen vorwiegend innerhalb von 2 bis 3 Tagen wieder ab.